neues vergangenes abschreckendes hinterlassenes
Werde hier natürlich nicht die ganzen Bücher reinsetzten, das wäre zuviel und dann kann ich sie ja auch nich mehr verlegen lassen... Also freut euch auf Ausschnitte!

Copyrights liegen übrigens bei allen Sachen, die ich geschrieben habe, bei mir! Könnt gerne Sachen kopieren, aber vorher Bescheid sagen, Antwort abwarten und sagen, wofür es verwendet wird!!!



So, da fangen wir doch mal damit an.
Ist fast das neuste, was ich so geschrieben hab.

Das Leben

„Wer bist du?" fragt eine Stimme aus dem nichts. Ich ziehe meine Beine an mich, versuche mich noch kleiner zu machen. Ich liege am Boden, unter einem Baum. Ich schaue auf, vor mir steht ein Mädchen und schaut mich an. „Wer bist du?" fragt sie noch einmal. Ich gucke wieder zu Boden und drehe mich weg. Meine Sachen sind vom Regen durchnässt, sie kleben an meinem Körper, machen jede Bewegung fast unmöglich. Mir ist kalt. Ich antwortet nicht. Das Mädchen bückt sich, fasst meinen Arm. Ich zuckt zusammen, ziehe den Arm zurück, zittert am ganzen Körper. Sie fasst wieder nach meinem Arm, dreht mich wieder zu sich, guckt mir ins Gesicht, versucht mich zu erkennen. „Geh weg... lass mich in Ruhe!" zische ich sie an. Doch sie geht nicht, hält mich weiter fest. „Was hast du denn? Warum liegst du hier ganz allein im Regen?" fragt sie weiter. „Lass mich in Ruhe! Geh weg und lass mich allein!" zische ich zurück. „Nein" flüstert sie. Sie setzt sich neben mich, ganz dicht und legt meinen Kopf in ihren Schoß. Wieder zucke ich zusammen, wieder ist da dieses Gefühl, dass ich so oft habe und Tränen laufen über mein Gesicht. Ich will mich wehren, aber ich kann nicht, ich fühl mich zu schwach. Zu lange schon liege ich schon hier, wie lange ist es eigentlich? Seit Tagen habe ich nichts gegessen nur wenig getrunken. Meine Arme und Beine fühlen sich an wie Blei, kann meine Finger kaum noch bewegen. Bevor ich einschlafe merke ich, wie langsam ein wenig ihrer Wärme in meinen schlaffen, eiskalten Körper strömt.
Als ich aufwache bin ich nicht allein. Nervös zitternd blicke ich mich um. Sie ist noch da. An den Baum gelehnt sitzt sie nur zwei Meter von mir entfernt und beobachtet mich. Ich frage mich, was sie wohl denkt, warum sie noch da ist. Warum ist sie nicht gegangen? Sie schweigt. Ich versuche etwas zu sagen, ringe nach Atem, doch meine Brust ist so schwer, mein Hals schmerzt, so sehr ich mich bemühe, ich bringe keinen Ton heraus. Erneut merke ich, wie ich schwächer werde. Ich sacke zusammen, mein Körper zuckt wie durch Elektroschocks, nur noch am Rande kriege ich mit, was vor sich geht. Ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, sie sind wirr. Ich frage mich, warum ich hier liege, wer das Mädchen ist, wie lange ich wohl geschlafen habe. So viele Fragen, doch auf nichts finde ich eine Antwort, keinen Gedanken kann ich wirklich klar fassen. Mein Körper schmerzt und ich versuche gegen ihn anzukämpfen. Krampfhaft versuche ich mich aufzurappeln. Doch meine Muskeln wollen nicht so wie ich will. Erst nach mehreren Versuchen kann ich mich endlich auf die Knie stellen. Ich stütze mich mit den Armen ab und versuche vorwärts zu krabbeln, auf das Mädchen zu. Nur langsam kommt sie näher, doch mit jedem Schritt erkenne ich ihre Umrisse besser. Ich sehe sie verschwommen, doch erkenne ich ihre langen dunklen Haare, die blaue Jacke in die sie sich kuschelt. Sie sieht ängstlich aus, doch strahlt sie Ruhe aus. Zusammengekauert blickt sie mir entgegen. Mühsam kämpfe ich mich vorwärts, komme ihr näher. Ich hab vielleicht die Hälfte des Weges geschafft, doch meine Arme fühlen sich taub an, meine Beine schleife ich mehr hinter mir her, als das ich sie noch benutze. Ich will um Hilfe schreien, warum hilft sie mir nicht? Ich schaue sie an, ich sehe ihre braunen Augen. Dann breche ich wieder zusammen, mit letzter Kraft strecke ich ihr meine Hand entgegen. Bestimmt wird sie weggehen, sie wird mir auch nicht helfen, denke ich. Verzweifelt versuche ich auf den Beinen zu bleiben. Mir fällt es schwer das Gleichgewicht zu halten, taumele hin und her. Ich senke den Kopf, meine Augen fallen zu, mein Arm sinkt hinunter, der andere Arm wird schwerer und schwerer. Es wird dunkel um mich. Doch sie geht nicht weg. Sie beugt sich nach vorne und nimmt meine Hand. Erschrocken ziehe ich meine Hand zurück, ich verliere ganz das Gleichgewicht und falle. Sie nimmt erneut meine Hand. Sie kriecht zu mir und zieht mich zum Baum. Vorsichtig richtet sie meinen schlaffen Körper auf und lehnt mich an den Baum. Sie streichelt über meine Wangen, meine Stirn. Ich versuche meine Hand zu heben, will, dass sie aufhört. Sie fährt mir mit der Hand durch die Haare und redet beruhigend auf mich ein. „Ruhig“, sagt sie immer wieder. Ich öffne vorsichtig meine Augen, nur einen ganz kleinen Spalt. Ich blicke in ihre, doch sie sind nicht fragend. Das Mädchen scheint nichts darüber wissen zu wollen, warum ich hier liege. Keine blöden Frage, keine bösartigen Blicke, keine Abwertungen. Sie ist einfach da, nimmt mich in den Arm. Ich versuche wieder, sie weg zu drücken, doch meine Arme sinken zu Boden. Ihre Augen sind beruhigend, verständnisvoll und so schön. Ich lehne mich an sie, genieße die nicht gekannte Nähe. Zum ersten Mal seit Jahren habe ich dieses Gefühl, ich kann es kaum glauben. Und doch widerstrebt es mir, es zu akzeptieren. Und doch ist der Wunsch da, einfach mal in den Arm genommen zu werden. Ich vergrabe mein Gesicht in ihrer Jacke. Ich drücke sie so fest an mich, wie ich kann. Immer noch fällt mir das Atmen schwer, ich fühlt mich matt und leer. Zaghaft fasst sie unter mein Kinn, hebt meinen Kopf, schaut mich liebevoll an und flüstert mir ins Ohr: „Ich bin für dich da, beruhig dich, es kann dir nichts passieren". Ich schließe meine Augen, schmiege mich an sie. Sie hält mich fest, Tränen laufen über ihre Wangen.

Ich schrecke hoch. „Weißt du, wo wir sind?" fragt sie. Völlig aufgewühlt sehe ich mich um. Um mich herum ist es dunkel. Es hat aufgehört zu regnen. „Keine Ahnung" antwortet ich leise. Es überrascht mich, dass ich überhaupt etwas heraus gebracht habe. Wie lange habe ich wohl geschlafen? Ich blicke zu Boden, schäme mich. Ich sehe an mir herunter, alles ist dreckig, meine Hose ist voller Schlamm, meine Haare zerzaust und verklebt, meine Jacke vom Moos grün gefärbt. „Ist schon okay," sagt sie, „ich sehe auch nicht viel besser aus. Wie geht es dir?" „Scheiße!" flüstere ich. „Was ist passiert? Möchtest du reden?" „Nein, eigentlich nicht. Ist ja auch egal." „Und uneigentlich? Willst du nicht vielleicht doch besser reden?" „Wer bist du eigentlich? Ich kenne dich ja nicht mal! Warum sollte ich dir irgendetwas erzählen?" „Vielleicht weil ich die einzige Person bin, die hier ist? Die Einzige die sich um dich kümmert? Aber wenn du nicht willst, ist das auch okay." Sie guckt mich mit großen, erwartungsvollen Augen an. Ich drehe mich weg. Lass mich doch in Ruhe, interessierst dich ja sowieso nicht für mich, denk ich mir. In mir tobt ein Sturm, ich frage mich, warum sie da ist, hasse sie dafür, würde sie am liebsten wegschicken, aber ich kann nicht. Irgendetwas in mir hält mich davon ab. „Na ja, vielleicht will ich ja doch reden, aber erst später. Wie heißt du eigentlich?" frage ich nach einer Weile kleinlaut und verunsichert. „Ich bin Caro und wie heißt du?" „Leon. Warum bist du hier? Warum kümmerst du dich um mich?" frage ich weiter. „Weil du hier einfach so liegst, seit Tagen, deine Sachen sind durchnässt, du hast kaum noch Kraft. Gründe genug?" antwortet sie mit zittriger Stimme. „Ich kann eben nicht mehr. Lass mich doch hier liegen, kümmere dich nicht um mich. Ich will eh nicht mehr!" „Was willst du denn nicht mehr? Was ist denn so schlimm?" „Das kann dir doch egal sein! Alles ist scheiße! Mein Leben, diese Welt, einfach alles." Bevor sie da war, war alles in so weite Ferne gerückt, die Schmerzen waren weg, aus meinem Kopf gestrichen. Und jetzt? Jetzt kamen sie ganz langsam zurück, mit jeder Sekunde, jedem Atemzug kamen die Gefühle zurück. Ich lege mich wieder hin, mache mich ganz klein. Meinen Kopf verberge ich unter meinen Armen. Ich wünsche mir, dass sie geht, dass sie mich alleine lässt. Ich will keine Hilfe, will keine Wärme oder Zuneigung und schon gar kein falsches Mitleid. Doch sie geht nicht. Sie schweigt und sieht mich einfach an. Neben den Schmerzen kommen andere Gefühle. Ich werde wütend, sauer. „Jetzt geh schon. Lass mich hier liegen! Warum kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen?" schreie ich. „Weil du Hilfe brauchst. Weil ich nicht bin wie die anderen." antwortet sie ruhig. Sie schaut zu Boden und spielt an einem Band ihrer Jacke. „Willst du wirklich, dass ich gehe? Willst du wirklich ganz allein sein?" fragt sie scheu. „Nein, eigentlich nicht, aber irgendwie doch. Ach keine Ahnung. Ist auch egal." Für einen kurzen Moment will ich sagen, dass sie gehen soll, doch dann beruhige ich mich wieder. Langsam beginnen die Krämpfe nachzulassen, ich kann wieder normaler atmen, die Schmerzen werden weniger. Ich versuche meinen Arm zu bewegen und es geht etwas schmerzfreier. Langsam nehme ich ihre Hand, begutachtet sie von allen Seiten. „Wie lange bist du schon hier?" frage ich zögernd. „Seit zwei Tagen. Also noch nicht so lange. War nur zwischendurch etwas zu essen und zu trinken holen" antwortet sie schüchtern. „Aber wieso? Wieso bist du hier?" fragt ich irritiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sich zwei Tage zu jemandem setzt, der nichts tut, als auf das Ende zu warten, es herbei zu sehnen und allein ist. „Wo sollte ich denn sonst sein? Auf dem Mond?" „Nein! Nein. Keine Ahnung. Zu Hause, oder wo auch immer du herkommst." „Zu Hause? Nein, da will ich weiß Gott nicht sein. Da wäre ich lieber tot!" Verdutzt schaue ich Caro an. Ich mustere sie noch einmal. Ihre Antwort hat mich überrascht. „Warum willst du dort nicht sein?" frage ich. „Darum!" antwortet sie knapp. Ich versuche in ihren Augen etwas zu finden, ich weiß selbst nicht was. Ich suche nach einer Antwort, nach einem Grund, warum auch sie sich so fühlt. Sie schaut mich an, ich glaube sie erkennt, was ich suche. „Es ist zwecklos. Du wirst nichts finden, was dich zufrieden stellt. Das haben schon viele versucht. Lass es einfach!" „Ach ja? Ich sehe mehr als du denkst! Warum sollte ich mit dir reden, wo du doch selber nicht redest?" „Weil ich dir helfen will! Mir kannst du eh nicht helfen!" „Woher weißt du das? Du kennst mich doch gar nicht!" „Du mich doch auch nicht!" schreit Caro, „du hast doch eh keine Ahnung!" Völlig verwirrt versuche ich den Grund für das Schreien zu finden. Warum reagiert sie so aggressiv? Bin ich ebenso aggressiv? Ich nehme sie in den Arm, drücke sie ganz vorsichtig immer fester an mich, spüre, wie sie anfängt zu zittern. Ich schaue auf sie herunter und jetzt kann ich in ihren Augen etwas sehen. Ich sehe ihre Verzweiflung, ihre Angst. „Lass uns gehen! Lass uns ganz weit weg gehen!" flüstere ich ihr ins Ohr. Sie schaut zu mir hoch, fasst meine Hand und erwidert: „Wo willst du denn hingehen? Du hast doch gar keine Kraft, deine Sachen sind durchnässt! Wohin sollen wir gehen?" „Vielleicht zu mir nach Hause? Da ist eh niemand und wenn doch, dann interessiert sich niemand dafür, wer kommt oder eben nicht kommt!" „Warum bist du dann hier?" „Einfach darum! Ich hasse es zu Hause zu sein. Ich hasse meine Familie, mein Zimmer, einfach das ganze Haus! Ich musste einfach raus. Reicht dir das?" „Ja, ist schon gut." Ich versuche aufzustehen. Ich lehne mich an den Baum und versuche meine Beine zu strecken. Die Schmerzen sind unerträglich, aber ich gebe nicht auf, diesmal nicht. Caro steht auch auf, etwas schneller als ich. Sie nimmt meine Hand und hilft mir. Zusammen torkeln wir vor Nässe und Kälte schlotternd los.



Anfang eines Buches

Grade noch bin ich durch diesen langen weißen Flur gegangen. An jeder Tür, an der ich vorbei kam, standen ein oder zwei Namen. Auch meiner wird vielleicht bald auf einer dieser Zimmertüren stehen. Langsam ging ich weiter, aus einigen Zimmern drangen Geräusche. Von Fernsehern, von Schwestern oder von Familienangehörigen. Ich senkte den Kopf zu Boden und ging weiter. Nach vielen Schritten erreichte ich endlich den Wartebereich. Ich setzte mich auf einen der leeren Stühle und schaute in die Runde. Mir gegenüber saß eine ältere Frau. Ihr Gesicht war tränenüberlaufen und sie versuchte sie mit einem Taschentuch wegzuwischen. Zwei Plätze neben ihr saß ein kleiner Junge. Sein Gesicht war kalt und starr, sein Gesicht, sein Kopf war kahl. Ich fragte mich, warum ich hier war, zwischen all den Krebspatienten. Immer wieder fragte ich mich, warum?
Da sitze ich nun. Seit einer Stunde schon. Ich sitze einfach und warte. Warte darauf, dass irgendwas passiert. Viele der anderen Patienten wurden aufgerufen, verschwanden eine Weile in verschiedenen Zimmern und kamen dann meist mit gesenktem Kopf und Tränen in den Augen auf den Flur zurück. Wird es mir auch so gehen? Ich denke an meine Frau, meine Kinder. Wo sie wohl sind? Die beiden Kleinen sind in der Schule, zumindest sollten sie das sein. Und Franka? Vielleicht ist sie einkaufen oder sie ist zu Hause und kocht für die Kleinen. „Herr Lohmann?“ ruft eine Stimme aus dem Lautsprecher. Jetzt ist es soweit. Langsam stehe ich auf und nehme meine Tasche. Eine junge Schwester winkt mich zu sich und zeigt mir den Weg. Stumm gehe ich hinter ihr her. Vor einem Zimmer bedeutet sie mir mit einem Handzeichen Platz zu nehmen. Ich setze mich und sie geht. Es wirkt alles so unecht. So kalt und leer. Warum sind Krankenhäuser immer so weiß? Nur die Kinderstationen sind farbig. Allein schon deswegen würde ich lieber noch einmal dort liegen. So wie früher, als mir die Mandeln rausgenommen wurden. Doch das ist lange her. 6 bin ich damals gewesen. Ich kann mich kaum noch daran erinnern. Nur von den Fotos weiß ich, dass das Zimmer in gelb gehalten war. Auf dem Foto sitze ich auf meinem Bett, der Hals in einen dicken Verband gewickelt und ich halte ein Eis in der Hand. Gegen die Schmerzen und die Schwellung. Ich stelle mir vor, wie eines meiner Kinder da sitzen würde, ich könnte ihm Eis bringen und es beruhigen, wenn es Schmerzen hat. Tag und Nacht würde ich da bleiben und aufpassen. Werde ich das überhaupt noch erleben? frage ich mich.
„Herr Lohmann?“
Ich schrecke aus meinen Gedanken auf. Vor mir steht ein Mann, vielleicht Mitte dreißig. Er ist kaum älter als ich. Er streckt mir die Hand entgegen und stellt sich als Doktor Matrek vor. Benommen stehe ich auf und folge ihm in sein Behandlungszimmer. Er blättert in meiner Akte, schaut mich zwischendurch immer wieder an und murmelt vor sich hin. Ich kann das warten nicht länger ertragen. Irgendwann blickt er mich an und sagt, ich müsse ein paar Tage in der Klinik bleiben, nur zur Sicherheit. Sie wären sich nicht sicher, was mir fehlt und würden es gerne beobachten. Er drückt mir einen Zettel in die Hand. Die Station und Zimmernummer. Ich soll mich dort bei den Schwestern melden. Ich danke ihm und stehe auf. Ich verlasse sein Zimmer. Meine Tasche steht noch neben dem Stuhl auf dem ich vor vielleicht fünfzehn Minuten noch gehofft hatte, wieder nach Hause zu dürfen. Man hatte mir gesagt, ich sollte vorsichtshalber die wichtigsten Dinge mitbringen, falls ein stationärer Aufenthalt nötig wäre. Die Wahrscheinlichkeit war zu dem Zeitpunkt aber noch gering, sagte mir die Schwester am Telefon.
Jetzt muss ich doch hier bleiben. Ich starre auf den Zettel. Station 5530, Zimmer 208. Ich drehe mich langsam im Kreis und suche nach dem nächsten Aufzug. Wieder muss ich den langen Flur entlang, wieder vorbei an all den Namen, den Geräuschen. Wieder gehe ich mit gesenktem Kopf. Bald liege auch ich in einem Zimmer an dem mein Name steht. Dann geht jemand anderes an diesem Zimmer vorbei und hört Geräusche. So lange, bis sie irgendwann verstummen. Wie viel Zeit bleibt mir noch?
Der Fahrstuhl ist eng. Sieben oder acht andere Leute quetschen sich mit mir zusammen. Jeder ist aus einem anderen Grund hier. Wahrscheinlich kann mindestens die Hälfte von ihnen wieder nach Hause gehen. Gibt es hier noch einen wie mich?




Mein erstes Kinderbuch…
Es gehören Zeichnungen dazu, aber die gibt’s erst im Original auf einem Ausdruck…
Beim Lesen bitte drauf achten, dass bei einigen Wörtern Großbuchstaben an der falschen Stelle auftauchen. Z.B. erdnUss. Dies bedeutet eine besondere Betonung, ist also absichtlich falsch. ;-)


Die erdnUss und die erdbEere

Dies ist eine Geschichte die das Leben schrieb,
von einer erdNuss die sich in eine erdbEere verliebt,
es ging es ganz langsam und dann ganz schnell,
jetzt endlich ist die Welt ganz hell...

Es war ne Pausenhalle wo er sie als erstes fand,
als sie am malen und er am chillen war,
er erkannte ihre Schönheit und fragte sie,
ob sie ihn nicht längst als ein Teil ihres Bildes sah.

Später kamen sie dann als Freunde zurück,
hatten viel Spass und freuten sich,
trafen sich immer öfter und merkten nicht,
dass sie zusammen schwebten in ihrem Glück.

Irgendwann machte es dann Klick,
sie waren frei und liebten sich,
vergaßen die ganze Welt drum herum,
und ließen sich niemals im Stich.

Papa nUss und Mama bEere wurden älter,
zogen in eine Wohnung und kamen sich noch näher,
später kamen dann kleine erdnÜEeren hinzu,
wo die wohl herkamen, fragt man sich nun.

Alles begann vor vielen, vielen Jahren, als eine einsame Erdnuss vom Himmel fiel und am Boden zersprang. Aus ihr heraus kletterte eine kleine erdnUss, die ganz verloren auf dem Boden lag. Sie rührte sich lange Zeit nicht, doch irgendwann begann sie, die Welt um sich herum zu erkunden und zu entdecken. Da gab es Bäume und Sträucher, Blumen und Gräser. Aber es gab auch andere Dinge, wie Steine, Sand und Matsch. Letzteres gab es allerdings nur nach Regen.







Garnicht weit entfernt, fast zur selben Zeit, wuchs an einer kleinen Pflanze eine erdbEere. Erst war sie ganz klein, dann wurde sie größer und größer und sie wurde rot, knall rot. Bald schon machte sie die Augen auf und wollte hinunter auf den Boden und in die Welt hinaus, doch sie war noch nicht reif genug und musste am Stiel hängen bleiben, bis sie groß genug war, um unverletzt nach unten zu gelangen. Kaum war sie hier angelangt, lief sie voller Freude los. Auch sie sah Bäume und Sträucher, Blumen und Gräser. Und die anderen Dinge, wie Steine, Sand und Matsch, den es jedoch nur nach Regen gab.




Eine Zeitlang irrten die erdnUss und die erdbEere allein durch die Welt. Immer wieder versuchten sie Freunde zu finden, manchmal klappte es und manchmal nicht. Die erdbEere traf einmal einen Apfel, doch der fühlte sich wichtig, weil er größer war als die erdbEere und so verließ sie ihn.



Und der erdnUss ging es nicht anders. Sie fand eine Walnuß, aber sie hielt sich für schlau, weil sie so viele Vertiefungen in der Schlae hatte, die angeblich schlau machen sollen. Und so liefen beide, die erdnUss und die erdbEere, weiter einsam durch die Welt.


Eines schönen Tages, als die erdnUss gerade dirch eine große Pausenhalle schlenderte, sah sie in einiger Entfernung etwas kann rotes sitzen. Als sie näher kam sah sie eine Erdbeere, mit einem Block auf dem Schoss. Sie malte einen der langen Flure, aus denen die Halle bestand. Die erdnUss stellte sich ins Bild und nach einiger Zeit sagte sie: „Meinst du nicht, ich gehöre jetzt zum Bild? Mal mich!“





Doch die Erdbeere ließ sich nicht ablenken und so versuchte es die erdnUss später nocheinmal. Und siehe da, die Erdbeere malte die erdnUss ganz klein in die Mitte des Bildes. Zufrieden ging die erdnUss weiter.



Die Erdbeere ging der erdnUss danach nicht mehr aus dem Kopf. Ständig und überall suchte sie nach ihr. Aber die erdnUss musste lange warten.



Erst bei einem Kuchenverkauf ergab sich die Gelegenheit zu sprechen und da fragte die erdnUss die Erdbeere: „Wie heißt du denn eigentlich?“ Und die Erdbeere antwortete: „Ich bin die erdbEere!“



Und von da an redeten die erdnUss und die erdbEere immer öfter mit einander und trafen sich und gewannen sich lieb. Sie wurden gute Freunde. Weder die erdnUss noch die erdbEere fühlten sich als etwas besseres. Sie waren nicht wie der „wichtige“ Apfel oder die „schlaue“ Walnuß. Sie waren wie für einander geschaffen und nach einiger Zeit verliebten sie sich in einander. Sie verbrachten noch mehr Zeit miteinander und irgendwann war es soweit, dass sie sich zum ersten Mal küssten.




Lange Zeit lebten die erdnUss und die erdbEere glücklich zusammen, sie halfen sich in jeder Not und freuten sich über jedes kleine Glück zusammen. Sie waren froh, dass sie nicht mehr allein und einsam waren, sondern endlich zu zweit. Es gab viele Hindernisse für die beiden, denn eine Erdnuss und eine Erdbeere, das ist wirklich ein ungleiches Paar. Doch die beiden waren glücklich und bald erkannten auch alle anderen, dass das mehr wert war, als jemanden zu haben, von dem alle anderen sagen, dass es passt. Und bald waren die anderen nicht mehr verwundert über das Paar, sondern fingen an, es um ihr Glück zu beneiden.



Die Tage, Wochen, Monate und Jahre verstrichen und die erdnUss und die erdbEere erlebten viele schöne Dinge zusammen. Sie zogen in die weite Welt und entdeckten viele neue Dinge, Matsch ohne Regen und Steine, die zu Sand werden. Sie sahen neue Bäume wachsen und Blumen verwelken.



Eines Tages waren sie beide der Wanderschaft müde. Sie waren älter geworden und nicht mehr so aktiv wie in jüngeren Jahren. Sie nahmen sich ein kleines Häuschen im Grünen und lebten vergnügt bis an ihr Lebensende.



Doch wartet, eines ist noch nicht erzählt. Eines Tages vielen viele kleine erdnÜsse vom Himmel. Doch al am Boden die Schlane zersprangen, kamen keine erdnÜsse hervor, sondern kleine, gelbe und rote erdnÜEeren.


Mama erdbEere und Papa erdnUss waren stolze Eltern von kleinen erdnÜEeren geworden und kümmerten sich liebevoll um die kleinen. Der große Garten war nun nicht mehr ein Beet mit viel Obst und Gemüse, sondern eine riesige Spielwiese, wo die erdnUss und die erdbEere mit ihren erdnÜEeren spielen konnten.



Nach ein paar Jahren waren die erdnÜEeren groß genug, um selbst auf Wanderschaft zu gehen und die Welt zu entdecken. Und so kam es, dass sie sich von den Eltern verabschiedeten und los zogen. Erst waren die erdnUss und die erdbEere sehr traurig, aber dann erinnerten sie sich daran, wieviel Spaß sie zu zweit gehabt hatten und lebten vergnügt in ihrem Haus und genossen die neu gewonnene Freiheit. Ab und zu kamen die erdnÜEeren vorbei, brachten Besuch mit, der manchmal genau so verrückt war, wie sie selbst.



Und so lebten die erdnUss und die erdbEere glück und zufrieden, bis an ihr Lebensende. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute glücklich in ihrem Haus im Grünen, wo die erdnÜEeren sie besuchen können und in ihrem Garten, kann man die lustigsten Geschöpfe sehen, die die Welt je hervor gebracht hat.
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